15. Februar...Zeit für eine Buchvorstellung! Hier kommt mein Tipp für euch:
Titel: "Die Erfindung des Lebens"
Titel: "Die Erfindung des Lebens"
Autor: Hanns-Josef Ortheil
Seiten: 590
Köln in den fünfziger Jahren. Ein Junge wird in
eine sehr liebevolle Familie geboren. Eine tolle Familie, wenn da nicht
das Problem der nicht sprechenden Mutter und ihrer Überliebe zu dem
Jungen wären. Warum das so ist und warum die Mutter nicht spricht,
erfährt Johannes erst als er in die Schule geht (gehen muss) – er hätte noch vier Brüder gehabt, dessen Tod die Mutter nicht überwunden hat und sie draufhin stumm bleibt. Johannes kennt es nicht anders und übernimmt dieses Verhalten komplett und so ist auch er stumm. Er fühlt sich als Beschützer für seine Mutter und verbringt die ganze Zeit mit ihm.
Johannes fehlt es an
nichts, "nur" an Sprache und an Freunden, Menschen mit denen er kommunizieren kann. So werden seine Sinne wie das Hören und Sehen
stärker als bei anderen Kindern geschult. Sein Beobachtungssinn ist sehr stark ausgeprägt. Das wird ihm und vor allem seinem Vater er viel
später, fast schon zu spät, bewusst. Erst als die Schule diesen Jungen
als eine Zumutung sieht und ihn nicht länger an der Schule unterrichten
will, wird dies dem Vater und dann auch der Mutter richtig klar. Der Vater
nimmt ihn aus der Schule, in der er gemobbt wurde und fährt
mit ihm auf Land. Die Natur und die Weite des Landes und die Trennung zu seiner Mutter und die für ihn neu gefundene Freiheit tun ihm sehr gut.
Eine wunderschöne Zeit für das Kind und den Vater beginnen. Der Vater bemerkt, dass Johannes mit einer besonderen Gabe ausgestattet wurde, seine geschärften Sinne des Sehens und Hörens können endlich unter Beweis gestellt werden und der Vater fördert diese nun ausgiebig. Zu seiner und zur Freude von Johannes wird so das Lernen eine Wendung erleben und Erfolg stellt sich ein. Seine außergewöhnliche Begabung für das Klavierspielen wird entdeckt und sehr stark gefördert, diesmal auch von der Mutter.
Eine wunderschöne Zeit für das Kind und den Vater beginnen. Der Vater bemerkt, dass Johannes mit einer besonderen Gabe ausgestattet wurde, seine geschärften Sinne des Sehens und Hörens können endlich unter Beweis gestellt werden und der Vater fördert diese nun ausgiebig. Zu seiner und zur Freude von Johannes wird so das Lernen eine Wendung erleben und Erfolg stellt sich ein. Seine außergewöhnliche Begabung für das Klavierspielen wird entdeckt und sehr stark gefördert, diesmal auch von der Mutter.
Eines
Tages spricht sogar Johannes und auch die Mutter wird ihre schweigsame
Zeit beenden können. Die Familie erwacht zum Leben.
Schwer hat es Johannes immer und seine Vergangenheit holt ihn immer wieder ein. Er geht auf ein Musikinternat wo er die Trennung von den Eltern und die ständige Präsenz von anderen Menschen in seiner unmittelbaren Nähe kaum erträgt. Er sucht sich gezielt Ruheinseln, was ihn wiederrum schweigsam werden lässt. Er flieht ganz nebenbei aus dem Internat und wird dann durch die Hilfe des Vaters wieder zurück nach Hause geholt. Er beginnt ein neues Leben in Rom um Musik zu studieren, ganz allein und weit weg von der Familie, die inzwischen aufs Land gezogen ist. Er fühlt sich das erste Mal in seinem Leben unendlich glücklich und frei. Johannes trifft auf Menschen die ihm Starthilfe ins Leben geben und er endlich, richtig "normal" sein kann. Er erlebt die erste große Liebe, mit Clara teilt er seine Interessen und wird in seinem Studium des Klavierspielens von ihr unterstützt. Als ein Schicksalsschlag ihn zwingt das Klavierspiel für immer zu beenden ist auch die Liebe vorbei. Er kehrt zu den Wurzeln seiner Kindheit zurück, was ihn erkennen lässt, dass er nicht nur ein wundervoller Pianist ist, sondern auch ein Schriftsteller. Untersützung erhält er ausgerechnet von seinem Klavierlehrer (der ihn immer nur als Wunderkind auf den Tasten gesehen hat). Ihm, als ersten fremden Menschen, offenbart er, dass er bereits als Kind alles aufnotiert hat, was ihn bewegt. Eine riesige Sammlung an Unterlagen liegt unberüht in seinem Zimmer. Beeindruckt davon wird auch hier dieser Lehrer seine stärkste Stütze und Mutmacher zur Veröffentlichung seines Buches.
Meine Meinunung:
Der Roman ist eine Autobiografie und das merkt man mit jedem Wort, jeder Zeile, jedem Kapitel. Die Liebe zur Musik, zu Rom, aber auch die Liebe zu seinen Eltern sind in Worte gehüllt, wie sie nur jemand schreiben kann, der es selbst erlebt hat. Seine Liebe zum Klavierspiel begleitet einen fast ununterbrochen beim Lesen und man hat das Gefühl die Stücke die er übt, aus der Ferne zu hören.
Der Wechsel zu seiner Kindheit und dem Jetzt gelingt einmalig und nie fragt man sich in welcher Zeit man sich gerade befindet, weil es perfekt umgesetzt ist. Der Roman umfasst die Kindheit bis zum Erfolg als Schriftsteller.
Ein Buch aus ungesprochenen Gedanken. Ein Buch über Gefühle und ein Buch über das Loslassen von den Eltern. Ein Buch über die Abnabelung - so wie es alle Kinder irgendwann erleben, aber halt nicht unter solch besonderen Umständen.
Ein Buch aus ungesprochenen Gedanken. Ein Buch über Gefühle und ein Buch über das Loslassen von den Eltern. Ein Buch über die Abnabelung - so wie es alle Kinder irgendwann erleben, aber halt nicht unter solch besonderen Umständen.
Bei diesem Roman schwirrten mir immer wieder die Gedanken durch den Kopf, dass Kinder das Verhalten der Eltern nicht öffentlich hinterfragen (in Gedanken manchal schon), sondern einfach kopieren. Kinder sehen ihre Eltern einfach als perfekt und ahmen sie nach, nehmen sie als Vorbild. Wie wichtig unsere Rolle als Eltern ist und welche Verantwortung wir für unsere Kinder damit übernehmen, lässt einen über sein eigenes Verhalten nachdenken, es zu hinterfragen und dieses dieses Zitat schoss mir beim Lesen durch den Kopf und passt so perfekt:
„Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“
J. W. von Goethe
Meine Gedanken bei dem Zitat habe ich in dieser Collage umgesetzt |
Diesen Buchtipp schicke ich an Nicole und ihre wunderbare Aktion.
mein Jüngster beim Klimpern auf Omas Kavier |
Mein 14-jähriger Sohn liebt es zu zeichnen. Eigene Ideen hat er noch nicht, aber er malt einfach alles ab was ihm gefällt.
eine Figur aus einem Comic |
Eine wunderbare Buchvorstellung, liebe Stine!! Ich mag Bücher, die zum Denken anregen. Auch das Zitat von Herrn Goethe finde ich einfach wundervoll. Dein Kleiner ist ja ein richtiger kleiner Lockenkopf. Wie süß ist das denn?? Und die Bilder Deines Großen sind echt toll.. und wie recht er hat (daran sieht man es, Kinder kommen auf ihre Eltern.. grins!!). Euch einen ganz wunderbaren Sonntag. Herzichst, Nicole
AntwortenLöschenLiebe Stine, das Buch habe ich auch gelesen! Ortheil stammt ein paar Orte weiter ... am kleinen Flüsschen, der Sieg, und hatte 2013 dort eine Lesung. Das Buch ist der Einstieg einiger Ortheil-Bücher gewesen... ich mag seine Sprache, die für einen Mann "etwas blumig" aber nie schwülstig ist.
AntwortenLöschenDie Erfindung des Lebens ist ein tolles Buch!
Ich kann es nur unterstreichen!
Du hast es hier wunderbar vorgestellt. Die Bilder passen wunderbar dazu.
Ich freue mich über Deine begabten Kinder. Wer als 14-jähriger so schön zeichnen kann, studiert auch die Menschen, fängt feinste Stimmungen ein. Und der kleine Lockenkopf übt...
Ich wünsche Dir von Herzen einen schönen Sonntag!
LG Marita
Liebe Stine,
AntwortenLöscheneine Freundin hatte mir das Buch letztes Jahr empfohlen und ich fand es ganz, ganz toll. Deine Rezension trifft es genau. Eigentlich wollte ich danach noch weitere Bücher von Ortheil lesen, habe es dann aber doch nicht gemacht. Das werde ich jetzt ändern.
Dein Sohn hat ja richtig Talent. Toll! Und die Begründung, warum er nicht in eine Malschule möchte finde ich auch klasse.
Liebe Grüße,
Kerstin M.
Stine, Du hast so tolle Kinder!!!
AntwortenLöschenDa musst Du schwer was richtig gemacht haben - und die Kerlchen auch! Aber ich bewundere Euch ja nun schon lange, haben wir zwei ja auch gemeinsam zu bloggen angefangen :).
Und Du hast es berücksichtigt, das mit den Wurzeln und den Flügeln - was für ein wundervolles Bild :)
Ich finde es so schön, was ihr aneinander habt - die Buchvorstellung muss ich noch mal in Ruhe begucken, denn ich habe schon wieder viiiiel zu tun - was schön ist... und es passt zu Deinem Post - Schwingen :))) Hab es gut und wunderbar, Deine Méa
Liebe Stine, danke Dir von Herzen für diese wundervolle Buchvorstellung. Ein Buch, das sich zu lesen lohnt. Das werde ich tun. Auch Deine Gedanken zum Schluss kann ich nur bestätigen.
AntwortenLöschenglg zu Dir
Susanne
Liebe Stine,
AntwortenLöschenwas für ein spannendes Thema! Ich lese sehr gern "Problembücher" (und ernte dafür oft nur kopfschütteln), also läge dieses ganz auf meiner Linie.
Danke für die schöne Buchvorstellung und mein Kompliment an den Sohnemann, der hat echt Talent!
Liebe Grüße
Smilla
Liebe Stine,
AntwortenLöschenwas für einen talentierten und klugen Sohn Du doch hast!
Einen schönen Sonntag wünscht
Vanessa
Hallo Stine,
AntwortenLöschenso wie es aussieht hast du auch zwei künstlerisch interessierte Kinder. Die Bilder sind großartig.
Das Buch scheint sehr interessant zu sein und für den Fall, dass ich es endlich mal schaffen sollte, die Bücher zu lesen, die ich hier schon liegen hab, wird das Buch in die engere Auswahl kommen.
Hab einen schönen Tag und herzliche Grüße, Frau Vabelhaft
Ein toller Buchtipp und tolle Bilder von deinem Ältesten.Ich kann gut verstehen dass er nicht unter *Druck* zeichnen mag...
AntwortenLöschenLG Sabine
Liebe Stine!
AntwortenLöschenDas Buch klingt wirklich sehr interessant.
Auch gefällt mir dein Bild mit den Flügeln und den Wurzeln. Es ist so wunderbar! Oh ja, das ist ein tolles Gefühl, wenn man Talente bei seinen eigenen Kindern entdeckt. Dann darf man auch mächtig stolz auf sie sein. Wünsche dir einen schönen Sonntag!
~Susanne~
Liebe Stine,
AntwortenLöschendas ist mein Lieblingsbuch von ihm!!! Gerade habe ich wieder eines von ihm aus D mitgebracht: "Das Kind, das nicht fragte", es soll ganz toll sein.
Liebe Grüße
Angelika
Liebe Stine,
AntwortenLöschenwie klug doch unsere Kinder sind - und wie schön, wenn sie Eltern haben, die sie auch so klug sein lassen.
Alles Liebe
Veronika
Liebe Stine,
AntwortenLöschenwie toll von Deinem Großen, dass er eine solche Einstellung hat.
Man kann nur dann kreativ sein, wenn es einem danach ist.
Und Respekt, er kann toll malen.
Aber auch Deine Buchvorstellung ist so toll, ein Buch welches ich mir auf jeden Fall holen werde. Alleine schon wegen meiner Heimatstadt Köln.
Danke Dir fürs Mitmachen, ganz liebe Grüße
Nicole
Liebe Stine,
AntwortenLöschenein kluges Kind dein Sohn !!!! Seine Zeichnungen sind klasse und wenn die Zeit da ist und auch der Wunsch findet sich auch die Gelegenheit dieses Talent auszubauen.
Hinke schon wieder hinterher und hüpfe schnell zum nächsten :O) ....
Hallo, ich habe diese Buch gelesen, es ist einer der schönsten, die ich lesen dürfte. Deinen Sohn finde ich toll, er hat doch absolut recht :-) Viele Grüße Mariola
AntwortenLöschen