Da wir immer zu Fuß zur Schule und auf Arbeit gehen, sind schon früh die Taschen (meist mit Kastanien und Bucheckern) gefüllt und auf dem Heimweg nochmals. Oft entleere ich meine Tasche auf Arbeit und lasse einen Teil Herbst auf meinem Schreibtisch fallen. Der Rest wird braf mit heim genommen und überall verteilt. Der Kastanienbaum am Wegesrand lässt uns allen keine Ruhe, immer und immer wieder werden emsig die runden, glänzenden Dinger aufgesammelt. Auch die Großen bringen mir Kastanien mit. Wie eine Sucht gehen schon von weitem die Augen auf Suche und wird eine entdeckt, verschnellert sich der Schritt zusehens...oft förderlich, wenn wir spät dran sind, aber wenn zu viele liegen und aufzuheben sind, dann wird diese Zeit nicht wieder aufgeholt. Was solls, ich habe Gleitarbeitszeit und da kommt es auf die Minute nicht an. An der riesigen Bucher angekommen, fallen die Früchte wie Hagelkörner auf einen herab. Mein Jüngster versucht auf keinen zu treten, was fast ein Unding ist, aber ich schließe meine Augen und laufe einfach durch, ich mag das Knacken unter meinen Füßen total gern.
Auf einem Nachmittagsspaziergang durch die Natur haben wir aber seeehr viele Herbstschönheiten entdeckt und besonders habe ich mich über die Hopfenranken gefreut, die mein Sohn entdeckt hatte. Ich bin immer am Zweifeln, ob man einfach was Festwachsendes mit heim nehmen kann, auch wenn es am Wegesrand wuchert. Gleichzeitig hatte ich den Gedanken: "Tu ich es nicht, macht es ein anderer." So nahm ich kurzentschlossen zwei lange Ranken und bin stolz heim damit. Der Rest war auch schnell gefunden. Die Baumhaselfrüchte sind noch ganz fest umschlossen von Grün und sind mir erst aufgefallen, als ich drüber gestolpert bin. Ganz viele lagen auf dem Boden, die Wiese hatte sie fast völlig aufgesaugt.
Nun habe ich soooo viel geschrieben, sollen nun also Fotos von unserem herbstlichen Tischlein folgen. Der nicht wie in dem Märchen mit köstlichen Speisen gefüllt, sondern mit den Gaben der Natur bestückt wurde.

Eine frisch gefallene Kastanie wandert IMMER als Handschmeichler in meine Jackentasche. Ist sie verschrumpelt, wir sie ersetzt. Ich mag Kastanien unheimlich gern anfassen.
Diese Schreibmaschine begleitet mich schon eine ganze Weile. Ich weiß nicht mehr wie sie in unsere Familie kam, auf jeden Fall habe ich auf ihr Schreibmaschine schreiben gelernt und sie ist immer noch voll funktionstüchtig, nur ein neues Farbband müsste rein. Als ich zu Hause ausgezogen bin, hatte ich als junge Frau natürlich kein Auge für diese Schönheit und ich habe mich um ihren Verbleib nicht gekümmert. Ich dachte, sie wäre schon längst nicht mehr da, aber als ich bei meiner Schwester im Keller nach alten Dingen suchen durfte, habe ich sie entdeckt und da fiel mir echt ein Stein vom Herzen. Woher soll man als junger Mensch wissen, dass man irgendwann alte Dinge soooo sehr liebt.

Sonderbare, bizarre und faszinierende Geschöpfe, aber wunderbar geeignet für die Deko.
Ich liebe meinen Emaillekrug!!! Musste ich jetzt mal los werden ;-)
Nun wünsche ich euch allen ein wunderschönes und hoffentlich sonniges Wochenende.
- Stine -























